Mag es irgendwo in ferner, ferner Ferne einen Berg Meru geben, um den auf sieben Kreisen Gebirge und Ozeane kreisen, eingeschlossen in den unendlich schwarzen Mauern der Dunkelheit Endlichkeit, mag es auch viel Großartiges auf diesen Kreisen geben, auf dem äußersten dieser Ozeane schwimmt eine Insel, ein Inselchen, unwichtig wie ein Sandkorn am Fuße eines Berges, von Höhenluft riecht man dort nichts; ein Ungeziefer hat sich darauf ausgebreitet, wanzenähnlich, es weiß weniger, als es denkt. Der Hochmut zwingt sie zum aufrechten Gang und ihr aufrechter Gang macht sie hochmütig; endlich dem dunklen Zeitalter entronnen; und voller Verachtung denken sie, wir sind keine Tiere mehr, ein Tier ist nur ein Tier, wir aber sind Menschen; doch haben sie nie ein Tier schaffen können, wohl aber verdorben. Was sie schaffen, sind Götter, ja, Götter, die können sie schaffen, wegen ihrer Götter leben sie in Horden, jede Horde hat ihre eigenen Götter, manche viele, manche weniger, die, die gerne reich werden und viel Land brauchen, schaffen sich einen Gott, ihn aber allmächtig, sonst gar nicht erhaben, sondern mit einem neidischen Seelchen, gerade so wie sie selbst in ihren geheimsten Träumen sind; eins ist mehr als viel, eins ist oft mehr als genug.
Auf dem Berg Meru lachte man bei so viel Eifer
und man prostete sich zu: Ei, wer ist denn das, ein Gott, der
neidisch ist, das kann doch gar kein Gott sein, vielleicht ganz
unten bei den schwarzen Geistern, da wohnt dieser Held der
Menschen, wir jedenfalls, wir brauchen doch die Menschen nicht
und weiß Gott ihre Demut uns nicht glücklich. Dieses Inselchen
im fernsten Wasser, das sie so stolz ihre Welt nennen, ist für
uns nur ein Staubkorn. Und doch -, so dachten die Götter, und es
gab ein göttliches Gelächter, sie stießen wieder an, sollten
wir ihnen einen Erlöser schicken, einen gottlosen allerdings,
der sie von ihrem Wahn befreit, daß wir uns um sie kümmern.
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