Wien, 22.3.99 (KAP):

85jähriger Priester noch immer geil!

Die Kirche und ihre doppelte Moral

Kirchlicher Einflußnahme auf die Medien und massiver kirchlicher Propaganda haben wir es zu verdanken, daß die menschliche Sexualität von Tag zu Tag mehr in den Schmutz gezogen wird und ein Klima der Hysterie bezüglich sexueller Aktivitäten und Nacktheit entsteht. Wenn wir nicht aufpassen, sind wir da, wo wir vor 68 schon mal waren, oder gar noch weiter zurück.

Im Juli 1998 empfahl in Österreich die SPÖ das sogenannte "Schutzalter" beim Beischlaf mit minderjährigen Mädchen von 14 auf 12 Jahre herabzusetzen, wenn der männliche Partner höchstens um drei Jahre älter sei. An sich schon ein dummes Gesetz, denn die menschliche Sexualität wird von Hormonen geregelt und nicht von der Anzahl der Jahre, die man auf dieser Welt abgesessen hat, außerdem sollte man die Sexualität als etwas Privates und Persönliches achten, in dem Außenstehende und schon gar nicht die schmutzigen Finger des Gesetzes etwas zu suchen haben.

Die katholische Kirche Österreichs, allen voran Kardinal Schönborn, stellte natürlich ein Mordsgeschrei an, sprach davon, daß so eine Änderung "die falschen Signale setzt", "die Hemmschwelle für Kindesmißbrauch erhöhe", "zu einer Verharmlosung und Enttabuisierung von sexuellem Mißbrauch führe" und forderte ihrerseits eine Verschärfung der Paragraphen zum sexuellen Kindesmißbrauch, sowie eine Verlängerung der Verjährungsfrist bei sexuellem Mißbrauch.

Um noch einmal klarzustellen: Der Gesetzesänderungsvorschlag der SPÖ sah nicht vor, daß Mädchen ab 12 vergewaltigt werden durften, sondern lediglich, daß sie einen Jungen, der nicht mehr als drei Jahre älter war (wäre er vier, würde er bestraft!), lieben durften, aber diese "Religion der Liebe" war ja schon immer mit der Liebe, wenn es nicht Gottesliebe, sondern die Liebe unter Menschen war, auf Kriegsfuß. Gegen eine Aufhebung der diskriminierenden Gesetze bezüglich der Homosexualität in Österreich war die katholische Kirche ebenfalls (17.7.98KAP).

Wie sieht es jetzt aus, wenn einer der ihren eine sexuelle Verfehlung begeht?

Der 85jährige Priester Msgr. G. (seinen richtigen Namen enthüllt die Kathpress leider nicht) hatte einen oder mehrere Behinderte unter seiner Obhut sexuell belästigt, was von der Kirche nicht dementiert wird. Es gab auch die Aussage einer Betreuerin.

Kardinal Schönborn vom "Mittagsmagazin" auf diesen Fall angesprochen, kritisierte zunächst einmal, daß "dieser Fall überhaupt an die Öffentlichkeit gezerrt worden" war. "Wenn das unser Stil wird, da geht etwas an Menschlichkeit verloren", wußte er zu kommentieren und: "Der Priester ist schon bestraft genug, daß ihm als altem Mann so etwas passiert ist."

Ob er mit "so etwas " die plötzliche Geilheit des alten Mannes meinte, oder die Tatsache, daß er jetzt noch im hohen Alter das Pech hatte, bei so einer Handlung erwischt zu werde, sagte der doppelte Moralist nicht.

Nachtrag: Laut nachfolgenden Artikeln der KAP stellte sich heraus, daß es sich im obigen FAll nicht nur um eine einmalige, plötzliche, geile Besessenheit gehandelt hatte, sondern daß sich der sexuelle Mißbrauch an Behinderten über Jahre hinzog.


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