Holger Hermann Haupt
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"Wie war Deine Vietnam-Reise?" - "Danke, gut."

a. Tourismus, wie meine drei Wochen sightseeing, ist eigentlich nicht nach meinem Geschmack. Meine Frau wollte so eine Tour machen und ich habe sie begleitet. Ich finde, die Sehenwuerdigkeiten kann man sich in Bilderbuechern besser,  z. B. ohne Schweiss und Durchfall, ansehen als auf Reisen. Was interessant an einem fremden Land ist, sind die Leute und die Atmosphaere. Von beiden bekommt man nur wenig mit, wenn man fleissig den Sehenwuerdigenkeiten nachlaeuft. Auch reist man besser alleine, weil man dann eher Leute kennenlernt.
Ich selbst habe mich im Spaetsommer '73 allein auf Asien-Reise begeben und bin im Fruehjahr '75 in Japan mit meinen letzten Groschen (20 USD) angekommen und hier haengengeblieben. Ein solches Umherziehen ist Reisen nach meinem Geschmack. Auch heute scheinen noch viele junge Leute so umherzureisen. In Vietnam habe ich einige getroffen, auch besonders junge Japaner.
Was habe ich noch getroffen?
Unerwartet viele Touristen. Haette nicht gedacht, dass Vietnam so attraktiv waere. Einige amerikanische Kriegsveteranen. Vietnam, das Land, in dem sie einen Teil ihrer Jugend verbracht haben. Einige haben feste vietnamesische Freundinnen oder Ehepartnerinnen, andere freuen sich ueber die Prostituierten. Aber auch Deutsche kommen, weil es "warm ist und die Nutten billig" (deutscher Originalton).
Auch viele Maedchen waren unterwegs - sogar alleine.
Einen grossen, stattlichen (gr. Ausnahme in V.) Vietnamesen, der als 17jaehriger in der Naehe seines Dorfes einen abgeschossenen US-Piloten festgenommen hatte, und deshalb dort als Kriegsheld mit einer Gedenktafel geehrt wird, habe ich auch getroffen. Er hatte spaeter in der DDR studiert und lebt heute mit seiner deutschen Frau in Deutschland.

b. Ho Chi Minh City

Ho Chi Minh City, also Saigon (der Name wird noch immer benutzt und steht auch an Bussen), soll ueber 2 Millionen Motorraeder haben, die alle gleichzeitig unterwegs zu sein scheinen. Autos sind eher selten. Die Strassen gleichen Motorrad-Fluessen. Die Luft ist zum Ersticken. Motorrad heisst auf Vietnamesisch "Hon Da", habe ich mir sagen lassen, und der Traum vom "Honda Dream", einem billigen (besonders stickenden?) China-Import, scheint so etwas wie der VW-Kaefer-Traum der Nachkriegsgeneration in Deutschland zu sein. Diese Honda-Mopeds fungieren auch als Taxi. Bei um 5cm verlaengerter Sitzbank hat zur Not auch eine 5koepfige Familie Platz. Fahrradrikschas gibt es auch noch. Sie kosten genauso viel wie Taxis mit Klimaanlage und Taxi-Meter. Die Rikschafahrer lassen zwar mit sich handeln, aber billiger als Taxis scheinen sie fuer Touristen nicht zu werden.
Ja, handeln, feilschen muss man um jede Kleinigkeit, selbst Softdrinks. Fast jeder scheint selbstaendig zu sein. Wo bleibt da der Kommunismus, fragt man sich. Auf jeden Fall haben wir in den westlichen Laendern nicht so viele freie Unternehmer. Eine gewisse Solidaritaet empfinde ich allerdings mit diesen Haendlern, die jedes Mal neu ihre Preise nach einem komplizierten Verfahren, das das Aussehen des Touristen, der Wahrscheinlichkeit des Erfolges und das Risiko der Empoerung, Kassenlage, Wetterlage etc. miteinbezieht, errechnen muessen. Bei meinen Uebersetzungsauftraegen bin ich auch immer am Jonglieren: ein bisschen billiger fuer die armen Deutschen, ein bisschen mehr fuer reiche Japaner, ordentlich viel, wenn ich bis zum Hals in Arbeit stecke (kommt selten vor).
Was mir noch auffiel, war die unglaubliche Friedlichkeit der Vietnamesen. Wenn bei dem Gedraengel auf den Strassen mal ein Motorradfahrer umgeworfen wird (wobei ich in der kurzen Zeit dreimal Augenzeuge war; wegen des Schneckentempos, das gefahren wurde, ging es jedes Mal ohne Verletzte ab), dann waren alle hilfbereit und besorgt, aber keiner erregte sich, auch der Umgeworfene nicht. Die Vietnamesen scheinen um Harmonie bemueht zu sein, wie es ja auch in Japan ist oder zumindest vor ein paar Jahren war (Zurueckhaltend wie Japaner sind die Vietnamesen aber nicht). Wenn ich die Konfliktvermeidung heutzutage im Alltag sehe, frage ich mich, wie sie einen so blutigen Krieg durchgestanden haben.
Selbst am Eingang des War Memorial Museums stand, dass diese Dokumentation von Zerstoerung, Grausamkeit und Leiden nicht als Anklage bemeint sei, sondern als Ermahnung an die Menschheit, nie wieder so etwas zuzulassen.
Polizisten, von denen es sehr wenige zu geben scheint, laufen wie in China auch (siehe "Die besten Seiten Chinas - eine Reiseempfehlung" Ketzerbriefe 98, Ahriman-Verlag) unbewaffnet herum - selbst bei Fahrzeugkontrollen auf Ueberlandstrassen.

c. Mich interessierte, wie das Land aussieht, fuer das wir in den 60er Jahren auf die Strasse gegangen sind und mit dem Polizeiknueppel Bekanntschaft gemacht haben. Eigentlich war es dafuer zu spaet. Auf dem Land richten Landminen und das Dioxin aus dem Entlaubungsgift, dass die Amerikaner in grossen Mengen ueber etwa 40% des Landes versprueht hatten, zwar immer noch grosse Schaeden an, aber die Staedte sind neu aufgebaut, und die meisten sind zu jung, um sich an den Krieg zu erinnern, wohl nicht nur in Vietnam. Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung der tragischen Geschichte Vietnams (benutzte Werke: "Where the Domino Fell" von James Olson und Randy Roberts, "In Retrospect" von Robert McNamara, "Der Moloch" Eine Kiminnalgeschichte der USA von Karlheinz Deschner, Internet, verschiedene Artikel etc.):
Die Franzosen, nachdem sie Vietnam mit Haendlern und Missionaren heimgesucht hatten, besetzten das Land im August 1858, um "katholische Minderheiten zu schuetzen":
http://www.vwam.com/vets/anticolonial.html (engl.)
Gegen die franzoesischen Unterdruecker kam es immer wieder zu Widerstand und Demonstrationen. Die Franzosen reagierten darauf aeusserst brutal, z. B. griffen sie am 12. Sept. 1930 einen friedlichen Protestzug von Bauern mit Kampfflugzeugen an und ermordeten 174 Demonstranten. Am naechsten Tag, als die Familienangehoerige die Leichen einsammeln wollten, wurden weitere 15 Personen aus der Luft ermordet. Prominente Kritiker, wie Pham Van Dong, wurden von den Franzosen in die beruechtigten "Tiger Cages" auf der Con-Son-Insel geworfen, oft Jahre lang gefoltert und dann ermordet wie der Ho Chi Minh Freund Tran Phu.
Im Juli 1941 "befreiten" die Japaner Vietnam und in den folgenden Jahren konfiszierten sie soviel Reis fuer ihre Truppen, dass moeglicherweise bis zu 2 Mio. Vietnamesen verhungerten. Zwar marschierte Ho Chin Minh mit seinen Vietminh-Truppen am 19. Aug. 1945 in Hanoi ein und die Vietnamesen feierten ihre "Befreiung", aber die Franzosen, die sich auch fuer die "Befreier" hielten, waren bald zurueck.

Nachdem die Vietminh aus dem ersten Indochina-Krieg 1945 - 54 gegen die franzoesischen Kolonialisten siegreich hervorgegangen waren (tatsaechlich bestritten die USA schon 1954 mit 1,1 Mrd. US-Dollar 78 % der franzoesischen Kriegkosten), wurde im Juni '54 auf den Genfer Gespraechen, an denen auch Vyacheslav Molotov fuer die Soviet Union und Zhou Enlai fuer China teilnahmen, unter anderem verabredet, das Land vorlaeufig am 17ten Breitengrad zu teilen, im Jahre 56 aber freie Wahlen in beiden Teilen des Landes durchzufuehren.
Da Ho Chi Minh und seine Vietminh diese Wahlen aber haushoch gewonnen haetten, haben die USA diese Wahlen verhindert und Sued-Vietnam von ihrer Puppe Ngo Dinh Diem (war von 1950 - 53 Moench in einem katholischen Kloster in den USA) diktatorisch regieren lassen.
Die Ngos waren uebrigens Nachkommen einer kurzlebigen Dynastie aus dem 10. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert, als die Europaer die Welt in Kolonien aufteilten und die Franzosen Vietnam zugeteilt bekamen und mit Soldaten, Haendlern und Missionaren anfingen, sich dort breit zu machen, liessen sich die Ngos fruehzeitig zum Katholizismus bekehren und von den Franzosen in hohe Stellungen setzen.
Der wachsende Einfluss der Katholiken und Missionare beaengstigte aber die Buddhisten, und als es zu anti-katholischen Massnahmen kam, benutzten die Franzosen diese im August 1858 als Vorwand fuer eine Invasion:
http://www.vwam.com/vets/anticolonial.html (engl.)
Die Ngo-Familie selbst waere bei anti-katholischen Aufstaenden in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts beinahe ausgerottet worden, als ueber hundert von ihnen von den Aufstaendischen verbrannt wurden.
Im 20. Jahrhundert waren die Ngos immer noch erzkatholisch. Nach 1954, als sie nicht mehr die Handlanger der Franzosen sein konnten, teilten sie dann den paranoischen Antikommunismus ihrer neuen, amerikanischen Arbeitgeber.
Ngo Dinh Diem hatte eigentlich Priester werden wollen und lebte zoelibataer wie ein Moench. Da er keine Frau hatte, wurde seine Schwaegerin Tran Le Xuan, "Madame Nhu" (Frau von Diems juengsten Bruder Ngo Dinh Nhu, ein Opiumsuechtiger und Adolf Hitler Bewunderer), "first lady" des Staates, auch sie eine fromme Katholikin. Sie unterhielt ihre eigene Geheimpolizei und machte Kampagnen und Jagd auf alles Suendhalte: Spielkasinos, Pferderennen, Kartenspielen, Boxen, Tanzen, Bordelle, Seitenspruenge, Scheidung, aufreizende Kleidung, Schoenheitswettbewerbe ja sogar "falsies" ( = ausgestopfte "Luegen"-BHs) wollte sie verboten haben. Sie merkte allerdings, dass ihre Polizei damit ueberfordert war.
Auch Ngo Dinh Diem hatte seinen "Staatsschutz". Seine SS reiste mit tragbarer Guillotine durchs Land und koepfte vermeintliche Kommunisten, also Vietminh, die aber in Sued-Vietnam (veraechtlich) Vietcong genannt wurden.
Da besonders die Dorfbevoelkerung Suedvietnams mit den Vietminh sympathisierte, liess Ngo Dinh Diem ganze Doerfer in KZ-aehnlichen Lagern zusammentreiben. Das Regime genoss ausser unter den unter den Franzosen hochgekommenen Katholiken wenig Sympathien und machte sich durch Korruption und Terror von Tag zu Tag unbeliebter.
Zwischen 1955 und 60 sollen suedvietnamesische Soldaten bis zu 75 000 angebliche Kommunisten umgebracht haben und ueber 100 000 in KZs zur "Umschulung" (z. B. in die beruechtigten "Tiger Cages" auf der Con-Son-Insel) gesteckt haben.  Amerikanische Regierungssprecher erklaerten damals oeffentlich, dass man den vietnamesischen Freunden dabei helfen muesse. Hier Fotos zur "Umschulung", die ich im War Memorial Museum gemacht habe:


 
Diesem Mann z. B. wurden die gebrochenen Knochen immer wieder auseinandergerissen, dass sie nicht zusammenwachsen konnten. Eine haeufig angewandte Folter, die die Opfer fuer immer verstuemmelte.

 

So wurde die "Schueler" oft fuer lange Zeit angekettet.


 
Die schwer erkennbaren Schriftzeichen in dieser dunklen Zelle besagen: Wenn mein Koerper auch gefangen ist, meine Gedanken sind frei.

Auch die Buddhisten wurden von den Ngos verfolgt. Eine spaete Rache? Fuer den 8. Mai 1963, dem (angeblich) 2587. Geburtstag von Buddha wurden den Buddhisten Festlichkeiten verboten. Als es in Hue zu Protesten dagegen kam, eroeffnete die Armee das Feuer, toetet 8 Buddhisten und verwundet viele. Es kommt in der Folge zu Hungerstreiks. In Saigon laesst Ngo Dinh Nhu die Polizei die buddhistische Menge mit Hunden auseinandertreiben.
Am 11. Juni 63 verbrennt sich der 73jaehrige, hochgeachtete, buddhistische Moench Thich Quang Due aus Protest gegen das Diem-Regime in der Pham Dinh Phung Street in Saigon oeffentlich. Die Aufnahmen des bewegungslos fuer 10 Minuten brennenden Moenches schockierten damals die Welt. Madame Nhu freut sich: "Ich klatsche, wenn der naechste brennt!", ausserdem bietet sie sich an "fuer das naechsten Barbecue" Gasolin zur Verfuegung zu stellen.
Der Religionskonflikt eskalierte. Und Amerika, d. h. J. F. Kennedy, sah ein, dass sich das Terror-Regime des ehemaligen Klosterbruders so verhasst gemacht hatte, dass der Sieg der Kommunisten unvermeidlich war.
Auf Kennedys Frage, wie koennen wir uns aus Vietnam zurueckziehen, schlaegt Staatsekretaer Maxwell Taylor vor, eine Regierung einzusetzen, "die uns bittet, das Land zu verlassen." Taylor wendet sich an General Doung Van Minh mit Putschwuenschen. Diem und Nhu erhalten Wind von der Sache, leiten noch eine falsche Rebellion in die Wege, die sie unterdruecken; ein paar prominente Politiker werden dabei auch ermordet. Dann aber geht die Sache schief.
1. Nov. 1963: Diem und Nhu muessen sich ergeben, auf dem Weg ins Gefaengnis werden sie erschossen. Dieser von Kennedy in die Wege geleitete Mord wird dann offiziell ein "Unfall-Selbstmord". Dem Blutbad an der Diem-Nhu-Sippe entkommen nur Madame Nhu, die sich gerade in den USA aufhaelt, und Erzbischof Ngo Dinh Thuc, der nach Rom entkommen kann.
Zu dem Zeitpunkt hatte Kennedy pro Jahr 1 Mrd. USD Militaerhilfe gegeben. Laut Vietcong war es einfacher, die US-Depots zu ueberfallen, bzw. auf dem Schwarzmarkt die Waffen zu erstehen (wie spaeter auch in Kambodscha), als ueber den weiten Landweg von China und der Sowiet Union Waffen zu importieren. Ausserdem hatte Kennedy 16 000 "Militaerberater" nach Suedvietnam geschickt, erst 108 von ihnen waren damals gefallen. Die Vernichtung von Urwald und Farmland mit Agent Orange hatte Kennedy schon Jan. 62 eingeleitet. (Uebrigens war es der deutsche Chemie-Betrieb Ernst Boehringer in Ingelheim, damaliger Chef Dr. v. Weizsaecker, spaeterer Bundespraesident und Praesident des Evangelischen Kirchentages, der einsprang, als der amerikanische Chemiewaffenhersteller Dow Chemical 1964 vielleicht wegen der Giftigkeit und aus Angst vor Regressanspruechen kalte Fuesse bzw. Lieferschwierigkeiten bekam. Eine Anzeige 1989 gegen den BP Dr. v. Weizsaecker wegen Beteiligung an Voelkermord verlief im Sande, ob Joschka Fischer, weil "einem Bullen eine gehauen hat", auch so glimpflich davon kommt?)
Drei Wochen nach dem Mord an Diem, am 22. Nov. 1963 wurde dann Kennedy in Dallas ermordet. Sein Nachfolger Lyndon B. Johnson verstaerkte die Entlaubungseinsaetze der Air Force. Sein Motto: "Only you can prevent forests."
1964 desertierten monatlich 6000 Soldaten aus der suedvietnamesischen Armee. Die Kampfmoral war aeusserst gering. So konnte Suedvietnam den Krieg nicht gewinnen. Johnson eskalierte den amerikanischen Einsatz.
Am 1. Aug. 64 patrollierte die USS Maddox , ein US-Zerstoerer, im Golf von Tonkin etwa 10 sm von der Kueste und sammelte elektronische Daten von nord-vietnamesischen Schiffen und Radaranlagen, ausserdem beobachte sie vier sued-vietnamesische Kanonenboote, die Ziele an der Kueste angriffen. Als sich einige nord-vietnamesische Patrollboote der Maddox naehern, eroeffnet sie das Feuer. Die Patrollboote schiessen einige Torpedos ab, werden dann aber von Kampfflugzeugen der USS Ticonderoga angegriffen und alle schwer beschaedigt. 4 oder 5 Boote sanken. Das war aber nicht genug Rache. 64 Bombenangriffe werden auf LBJ's Befehl gegen nord-vietnamesische Militaerbasen und Oel-Anlagen geflogen.
Fuer den naechsten Tag befiehlt Johnson die Fortsetzung der Patrollien. Am 4. Aug. glauben sich die Zerstoeren Maddox und C. Turner von Torpedos angegriffen und fahren Ausweichmanoever, kommen dann aber zu der Ueberzeugung, dass rauhe See und atmosphaerische Spannung eine Taeuschung hervorgerufen haben. Diesen Tatbestand melden sie in ihrem zweiten Telegramm ans Pentagon.
Das Weisse Haus beschliesst aber, es bei einem Torpedo-Angriff zu belassen. Johnson live auf allen drei Fernseh-Kanaelen: "Aggression by terror against peaceful villages of South Vietnam has now been joined by open aggression on the high seas against the United States of America." (Zu den Terrorangriffen auf friedliche Doerfer in Suedvietnam ist jetzt noch unverhohlene Aggression auf offener See hinzugekommen.)
Robert McNamara log noch vor dem Senat, dass der nordvietnamesische Angriff voellig unprovoziert gewesen sei, und man keine Ahnung von suedvietnamesischen Angriffen, falls da welche gewesen sein sollten, haette.
88 zu 2 verabschiedet der Senat eine Resolution (Tonkin Gulf Resolution), der auch das Repraesentantenhaus mit 416 zu 0 zustimmt. Der Praesident erhielt damit das Recht, nach Belieben ohne Kriegserklaerung Krieg zu fuehren. Johnson triumphierend: "Like grandmother's nightshirt. It covers everything."
Als Johnson dann mit diesem Ermaechtigungsgesetz gestaerkt auf den Norden Vietnams einbomben laesst und "es den Kommis zeigt", waechst seine Populalitaet enorm. Dem rechtsradikalen Barry Goldwater nimmt er so viele Stimme weg, dass er die Praesidentswahl im November des gleichen Jahres haushoch gewinnt.
Als Johnson dann kurze Zeit spaeter wegen Zweifel an der Darstellung der Ereignisse im Golf von Tonkin zur Rede gestellt wird, reagiert er kaltschnaeuzig: "Die bloeden Idioten haben wahrscheinlich auf fliegende Fische geschossen." (="Those dumb stupid sailors were probably shooting at flying fish.") Mit seinem Luftterror gegen friedliche Doerfer in Nordvietnam hatte er zu dem Zeitpunkt aber schon Tausende, wenn nicht Zigtausende von Menschen ermordet, inklusiv Frauen und Kinder.
Waehrend die USA im Jahr Milliarden von USD Steuergelder einsetzten, um fuer die Freiheit Vietnams zu kaempfen, wechselten sich in Suedvietnam in 14 Monaten 7 Militaerdiktaturen ab, bis im Juli 67 Nguyen Van Thieu mit nur 35%, trotz Wahlbetrugs, Einschuechterungen und vorheriger Festnahme buddhistischer Oppositioneller,  zum Praesidenten gewaehlt wird. Vorher gab es noch innerhalb des Suedens einen kleinen Buergerkrieg zwischen Hue und Saigon.
Im gleichen Jahr starben rund 10 000 amerikanische Jungs fuer die "Freiheit" Vietnams. Aber ihr Kommandant Westmoreland freut sich, dass das Verhaeltnis der Gefallenen 1 : 12 steht, hinzukommen all die Zivilisten, die die Kommunisten durch das massive Bombardement verlieren. "Die muessen einsehen, dass wenn sie nicht aufgeben, wir das Land fuer Generationen zerstoeren."
B-52 Bomber fliegen bis zu 300 Angriffe gegen die Doerfer in Nord- und besonders auch in Sued-Vietnam, wo sich die Vietcong verstecken. Zwischen 1965 und 72 sterben allein in Suedvietnam 400 000 Zivilisten durch amerikanische Bomben.
Commander William C. Westmoreland: "That´s a price civilians have to pay for democracy."
Hat er Gewissensbisse wegen der vielen Bombenopfer? (Frage des Journalisten Neil Shechan)
"Yes, ..., but it does deprive the enemy of the population, doesn´t it?" (Es nimmt dem Feind die Bevoelkerung.)
Die USA tun aber auch etwas fuer den Aufbau des Landes. 1966 kommen auf 100 USD fuer militaerische Vernichtung 1 USD fuer zivilen Aufbau.
Im Sommer 1967 sinkt die Unterstuetzung fuer den Krieg in der amerikanischen Bevoelkerung zum ersten Mal unter 50%. 100 000 Leute protestieren in Washington gegen den Krieg. Als im August 1967 Johnson 10% mehr Einkommensteuer fuer die Kriegsfinazierung haben moechte, sinkt die Unterstuetzung sogar auf blosse 28%. Der Kongress verhindert die Steuererhoehung.
Am 30. Jan. 1968 beginnt die Tet-Offensive der Vietcong und NVA (=North Vietnamese Army), die den Amerikanern, die ja immer glaubten, kurz vor dem Sieg zu stehen, schwere Verluste zu fuegte.
Am 16. Mai 68: My Lai Massaker. Das My Lai Massaker war eigentlich nichts besonderes, gar nichts besonderes, viele voellig zivile Dorfgemeinschaften waren bis dahin schon von den Amerikanern ausgerottet worden, besonders in der Quang Ngai Provinz. Von 1967 bis 68 sollen in Quang Ngai 50 000 Zivilisten durch Bomben, Naplam, Artillerie und Helikoperangriffe umgekommen sein, das besondere war, dass der Journalist Seymour Hersh in "Life" mit Farbfotos den Massenmord veroeffentlichte, und dass die Oeffentlichkeit zum ersten Mal erfuhr, dass nicht alle Zivilisten durch Unfaelle beim ungenauen Bomben ("Lateralschaeden" nannte man es beim Serbenmorden 30 Jahre spaeter), sondern auch durch Handarbeit umkamen.
Lieutenant William Calley war mit seinem Infantrieregiment in My Lai einmarschiert, hatte alle Zivilisten zusammentreiben lassen, dann seine Waffe gezueckt und auf die Leute eingeschossen und seinen Leuten befohlen, ebenfalls zu schiessen, aber nicht nur schiessen taten sie, es wurde auch ein Tag sexueller Gewalt, ficken, foltern, morden - bis zum kleinsten Baby, fast 500 Tote. 
Major General Samuel Koster versucht ein Cover-up. Dafuer wird er spaeter zum Brigade General degradiert(!). Leutnant Calley wird von einem Militaergericht am 29. Mai 71 zu lebenslaenglich Zuchthaus verurteilt, am dritten Tag aber von Nixon aus dem Knast geholt und unter Hausarrest in ein bequemes Apartment gesetzt, die Hausarrestdauer wird erst auf 20, dann auf 10 Jahre herabgesetzt, dann im Maerz 1974 wird er von Nixon begnadigt. Zu dem Zeitpunkt verbuessten ueber 10 000 Fahnenfuechtige und Kriegsdienstverweigerer langjaehrige Gefaengnisstrafe. Sie wurden erst 1977 von Jimmy Carter am Tag seiner Ernennung zum US-Praesidenten begnadigt.
Calley wurde fuer viele Amerikaner zum Helden, viele Maedchen fanden ihn toll und schickten ihm Heiratsangebote. Er schrieb ein Buch ueber seine Vietnamerfahrungen, das 1972 auch auf Deutsch unter dem Titel "Ich war gern in Vietnam" erschien. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber aus dem Titel schliesse ich, dass ihm die Mordorgie wohl Spass gemacht hat.
Der Ku Klux Klan wird spaeter ein My-Lai-Camp einrichten, wo man sich zu seinem Rassenhass gegen Schwarze noch einen Hass auf Asiaten antrainieren kann. : <http://www.hpo.net/users/hhhptdai/61KuKluxKlan.htm>
...und wir Deutsche, wir haben ein schlechtes Gewissen, weil Hitlers SS Lidice und Oradour vernichten liess, und die Japaner wegen ihres "feigen" Angriffs auf Pearl Harbour, wo Amerika ihre lebenswichtigen Haefen doch mit einer Seeblockade belegte - an sich schon ein kriegerischer Akt.
>>Beim Prozess um das Massaker von My Lai bescheinigt der Sachverstaendigte Munch dem Hauptangeklagten Calley, er sei zum Zeitpunkt des mörderischen Befehls "nach allen klassischen Erkenntnissen der Wissenschaft" nicht zurechnungsfähig gewesen, da drei Tage zuvor im Raum, in dem der Leutnant den Befehl gegeben hatte, eine Marihuana-Zigarette geraucht worden sei....
Calley wird für den Zeitpunkt seiner Massenmorde Unzurechnungsfähigkeit zugebilligt<< aus http://www.datacomm.ch/~virus/dbc/vdansli7.htm

Im gleichen Jahr kaempfen Eugene McCarthy, Hubert Humphrey und Robert Kennedy (unter seinem Bruder J. F. Kennedy Kriegshetzer, jetzt aber "Peacenik") um die Nominierung als Praesidentschaftskandidat der Demokraten. Robert gewinnt, wird aber am 6. Juni ermordet.
Am 22. Jan. 1969 wird der Republikaner Richard Nixon neuer Praesident.
Nov. 69 verspricht er den Abzug saemtlicher US-Streitkraefte aus Vietnam, die "Vietnamisierung" des Konflikts, ein halbes Jahr spaeter hat er den Krieg auf Laos und Kambodscha ausgedehnt. Auch an der Heimatfront verschaerft er den Einsatz: in Kent/Ohio und Jackson/Mississippi werden sechs Personen auf Anti-Kriegsdemonstrationen von der Polizei erschossen.
Schwarze Buergerrechtskaempfer hatten einen hoeheren Blutzoll fuer ihre Freiheit zu zahlen: Polizei, National Guard und Fallschirmjaeger toeteten im August 1965 in Los Angeles 35 Personen, im Juli 12967 in Newark/NJ 26 (1500 Verletzte) und in Detroit 40 Personen (2000 Verletzte). Nur nebenbei.
Vor der Praesidentschaftswahl 1972 beginnt Nixon mit seinem Sicherheitsberater Kissinger Waffenstillstandsgespraeche mit dem Norden und verspricht der kriegsmueden, amerikanischen Bevoelkerung einen baldigen Frieden. Nach gewonnener Wahl bricht er diese Gespraeche aber sofort wieder ab und befiehlt die bisher schwersten Bombenangriffe auf Hanoi und Haiphong.

Katholiken fordern Atombombe
Aus Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums  - Einleitung" erfahren wir, dass US-Bischoefe den Vietnamkrieg zum Kreuzzug erklaeren und waehrend des Zweiten Vatikanum sogar den Abwurf der Atombombe auf Vietnam zur Verteidigung der katholischen Schulen fordern! "Denn: <<Selbst Atombomben koennen in den Dienst der Naechstenliebe treten.>> (Protestant Kuenneth, 13 Jahre nach Hiroshima)."
Auch der Jesuit Gundlach, Professor und Rektor der paepstlichen Gregoriana in Rom stellt fest, als er die Lehren des Papstes Pius XII zum Atomkrieg herausgibt (Gundlach, "Die Lehre Pius XII zum modernen Krieg"): "Die Anwendung des atomaren Krieges ist nicht unsittlich." ... "Denn wir haben erstens die sichere Gewissheit, dass die Welt nicht ewig dauert, und zweitens haben wir nicht die Verantwortung fuer das Ende der Welt. Wir koennen sagen, dass Gott der Herr, der uns durch seine Vorsehung in eine soche Situation hineingefuehrt hat ..., ..., dann auch die Verantwortung uebernimmt."

Am 30 Maerz 1972: sehr erfolgreiche Eastertide Offensive der NVA und der Vietcong.
Da durch US-Truppenabzug und "Vietnamesierung" des Krieges der Sueden zu schwach ist, sich zu halten, hetzt Nixon wieder seine B-52 los. "I am going to bomb the hell out of them." Amerikanische Bomben zwingen die nordvietnamesischen Truppen zur Umkehr.
Ende September trifft man sich wieder zu Friedensgespraechen in Paris. Kissinger und Le Duc Tho (NV) einigen sich auf einen Waffenstillstand, Gefangenenaustausch, Vietcong, nordvietnamesische und suedvietnamesische Truppen bleiben, wo sie gerade sind, ohne sich anzugreifen etc. Beide Krieger erhalten 1973 den
Friedensnobelpreis. Le Duc Tho nimmt ihn aber nicht an.
In Saigon ist der suedvietnamesische President Nguyen Van Thieu mit dem Friedensabkommen nicht einverstanden und verweigert seine Zustimmung. Nixon zu Kissinger: "Tell that son of a bitch to sign or else." Die Drohung, dass man ihn sofort fallen laest, wenn er nicht unterzeichnet, und das Versprechen, wenn er aber unterzeichnet, ihm bei neuen Angriffen der Kommunisten wieder geholfen wird, ueberzeugen Thieu schliesslich.
Ab 27. Jan. 1973 herrscht endlich Friede.
Nordvietnam hat aber den Traum von einem geeinigten Vietnam nicht aufgegeben. Nachdem sie sich von den Wunden der Eastertide Offensive erholt hatten, griffen sie am 5. Jan. 1975 den Sueden an (Nixon hatte gerade seinen Watergate Skandal und die Amerikaner sowieso verbrannte Finger), am 30. April 1975 gehoerte der Regierungspalast in Saigon ihnen.
Was dann noch folgte, war kommunistische Misswirtschaft, Bureaukratismus, die Umsiedlung von 1 Million Staedter aufs Land, Enteignung von Kleinbetrieben, Plantagen und Farmen, Hungersnoete, Umerziehung, die Flucht von Zig- oder Hunderttausenden von "boat poeple". Sowietische Berater kamen auch ins Land, von wegen Unabhaengigkeit, boese Zungen in Saigon, mittlerweile Ho Chi Minh City, nannten sie "Amerikaner ohne Dollars".
1986, als die alte Garde in den Ruhestand trat und Nguyen Van Linh auf dem 6. Kommunistischen Parteitag mit der Fuehrung des Landes betraut wurde, machte das Land eine Wende.  Das kommunistische Experiment wurde als gescheitert betrachtet, der Bureaukratismus gestutzt, Unternehmensiniziative erlaubt, Wahlen und Mitbestimmung eingefuehrt, Visa-Restiktionen wurden aufgehoben, Touristen kamen ins Land, brachten Devisen, Importe wurden erlaubt, T-shirts, CDs, Platten mit westlicher Musik, selbst Filme wie "Platoon", in dem Silverster Stallone den Vietnamkrieg fuer sich gewinnt, wurden importiert.
Unverstaendlicher: Man verzichtete auch auf Wiedergutmachung und die USA zahlen auch keine.

Da ich keine Fotos zu den Zerstoerungen in Vietnam im Internet gefunden habe, hier meine eigenen, leider nicht sehr guten Fotos aus dem War Memorial Museum in HCM-City. Was fuer ein dickes Fell muss doch ein Amerikaner wie Bill Clinton haben, wenn der die Vietnamesen ermahnt, die Menschenrechte zu achten:


Tote Zivilisten



Oben: Das Spruehen von Agent Orange. Unten schleppt das gepanzerte Fahrzeug gefesselte Kriegsgefangene.



Erfolgreiche Entlaubungsaktion





Missgeburten wegen des Dioxins im Agent Orange.



Hier werden einige der Buddhisten, die sich aus Protest verbrannten, geehrt.


>
Der Japaner Jui Kunoshin verbrannte sich 11.11.1967 aus Protest gegen den Vietnamkrieg vor dem Palast des japanischen Premierministers. Am 2. Nov. 1965 hatte sich schon der junge Quaker Norman R. Morrison, Vater von drei Kindern, unter McNamaras Pentagon-Fenster verbrannt.



Eine Demonstration gegen den Vietnamkrieg der USA in Deutschland. Joschka Fischer war auch auf solchen Demonstrationen, eigentlich lobenswert, bloss schlimm, wenn man nicht mehr weiss bzw. nie wusste, warum. Schaemen sollte sich, wer damals zu Hause blieb, weil ihm das Morden egal war.
Natuerlich kam es zu Ausschreitungen. Ich erinnere mich, als ich im Wirtschaftsgymnasium mein Abitur nachmachte, da war einer, der war vorher bei der Polizei gewesen. Als sie mit dem Bus zu einer Demonstration in Kiel gekarrt wurden, wurde ihnen waehrend der Fahrt eingehaemmert, sie sollten sich sofort mit ihren Knueppeln auf die Demontranten stuerzen - weil das Gewalttaeter seien. Als sie aber ankamen, unterhielten sich die Demonstranten friedlich mit den Passanten. Keiner der Polizeirekruten brachte es fertig, dem Knueppelbefehl ihrer Vorgesetzten folgezuleisten. Mein Schulkollege hatte sogar die Konsequenz gezogen und den Verein angewidert verlassen.

Amerikanische Linksammlung zum Vietnamkrieg. http://www.lbjlib.utexas.edu/shwv/topictop.html Leider kommen die Opfer, die Vietnamesen, zu kurz. Zu viele Veteranen-Seiten, Medallien - Medal of Honor etc., Flugzeuge etc. Selbst unter "Agent Orange" findet man hauptsaechlich Sorge und Leid von Veteranen. Und unter "Images of War" Soldaten mit ihrer Waffe, aber keine totgeschossenen.

Viele werden sich noch an die schrillen Toene der anti-serbischen Medienhetze erinnern: Massenvergewaltigung bosnischer Mosleminnen! Zigtausende sollten es sein, unkritisch uebernommen aus der Propaganda bosnischer Moslems. Spaetere Untersuchungen hielt diese Behauptung aber nicht stand. (Einige Zeitungen berichteten auf hinterster Seite kleingedruckt davon.)
Hier eine Eroerterung der SOP--standard operating procedure (= Normale Vorgehweise) wie Vergewaltigung bei den GIs in Vietnam genannt wurde:
State Rape: Representations of Rape in Viet Nam
Karen Stuhldreher, Political Science Department, University of Washington, Seattle:
>>The act of raping women is largely understood to be an inevitable consequence of war. As General George S. Patton predicted during World War II, "there would unquestionably be some raping." Rape and the mutilation of women's bodies are evidently part of the usual military fare in war. During the Vietnam war, rape was in fact an all too common occurrence, often described by GIs as SOP--standard operating procedure. "<<
http://lists.village.virginia.edu/sixties/HTML_docs/Texts/Scholarly/Stuldreher_Rape.html
Auszuege aus dem etwas langen Text: "The raping of Vietnamese women by American men is not described by the victims, who more often than not were murdered."
Eine vivide Szene:
The woman that they take, as she lies sleeping next to her sister, is picked out because she is "the pretty one." She is not termed a "VC whore" until after one of the men, Private Sven Eriksson questions the patrol's kidnapping and ruthless treatment of her. Although she is treated brutally--tied, gagged, dragged, punched, and thrown--by the GIs from the time she is taken until she is murdered, she is also portrayed as a sexual object: "We're going to have a little fun with her." After raping her, the Sergeant is asked by one of the other men, "When was the last time you had a real woman, Sarge?" Meserve responds, "She was real, I think she was real."
...
Noch eine "Liebesszene" mit GIs:
"Winter Soldier Investigation in 1971. According to Sergeant Michael McClusker:
They were supposed to go after what they called a Viet Cong whore. They went into the village and instead of capturing her, they raped her--every man raped her. As a matter of fact one man said to me later that it was the first time he had ever made love to a woman with his boots on... But at any rate, they raped the girl, and then, the last man to make love to her shot her in the head."
...
"...Nature is nature. There are women available. ... You don't want a prostitute. You've got an M-16. What do you need to pay for a lady for? You go down to the village and you take what you want."
This explanation for the rampancy of rape during the Vietnam war is indicative of the reluctance on the part of the media as well as the military to report and prosecute these war crimes.

Declaration of Independence,
Democratic Republic of Vietnam 1945:
http://www.lbjlib.utexas.edu/shwv/doc/declar01.htm

Jane Fondas Message from Hanoi am 22. Aug. 1972 und ihre Entschuldigung dafuer 16 Jahre spaeter:
http://www.partisan.net/archive/1967/266707.html

Was 1965/66 geschah: Uwe Bergmann:
Das Vietnam-Semester 1965/66
http://www.partisan.net/archive/1967/266707.html

Aus "Junge Welt" http://www.jungewelt.ipn.de/2000/05-17/007.shtml
Vietnam - ein »großes Mißverständnis«?
Eine Medien-Nachlese und zehn Lehren (Teil I). Von Winfried Wolf
"Vor dem Hintergrund der Langzeitwirkungen dieser mörderischen Waffen ist es grotesk, wenn der bereits zitierte Autor der Süddeutschen Zeitung seinen Artikel mit dem Satz beginnt: »Der Friede hat den Krieg längst überwachsen.« Was den »Frieden« überwuchs, ist eine vergiftete Flora und Fauna - mit schrecklichen Folgen für das menschliche Leben. 17 Millionen Menschen waren in Vietnam dem Supergift Dioxin - Teil des Entlaubungsmittels »Agent Orange« - ausgesetzt. Eine Million Menschen erkrankte daran. 100 000 Menschen trugen schwere Geburtsschäden davon. Noch heute werden Jahr für Jahr mehr als tausend vietnamesische Babys mit Behinderungen und zum Teil monströsen Entstellungen zur Welt gebracht, was auf die »Behandlung« des Landes mit US- Giften zurückgeführt wird. In dem Ort A So, von dem aus die USA ihre Giftgasangriffe flogen, leiden 2,9 Prozent aller Kinder an Geburtsschäden. Die Dioxin-Durchseuchung übersteigt auch heute noch den z.B. in Kanada zulässigen Grenzwert um 9 000 Prozent. Ein Spiegel-Report stellt dazu nüchtern fest: Eigentlich müßte die »ganze Region zur Katastrophenzone erklärt« werden. (8)
Doch wie soll das finanziert werden? Wohin mit den Menschen? Bekanntlich zahlte die US-Regierung für ihren Krieg bis heute nicht einen Dollar Entschädigung. Auch deutsche Firmen waren am Giftgaseinsatz als Zulieferer beteiligt, so das Unternehmen Boehringer, Ingelheim, dessen damaliger Geschäftsführer der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker war."
...

"Die USA sind heute ein Polizeistaat"
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Gore Vidal über den Krieg in Jugoslawien und den Niedergang des amerikanischen Imperiums. Aus: SZ v. 02.06.1999
http://www.neuer-weg.com/Vidal.htm
Zitate aus dem Artikel: "Die ganze Truman-Doktrin war doch verlogen. Angeblich wollten wir jedem Land zu einer guten Regierung, zu Freiheit und Demokratie verhelfen. Aber sie diente von Anfang an nur dazu, unser mächtiges militärisches Establishment zu rechtfertigen."
"Zum Schlauesten, was die Rechte machen konnte, gehörte die Abschaffung der Wehrpflicht nach dem Vietnamkrieg." Genau das sage ich auch immer. Weil fuer die Jugendlichen nicht mehr die Gefahr besteht, in den Krieg geschickt zu werden, gibt es auch keine Massenproteste gegen die Kriege der USA mehr.
Frage: "Welchen Grund gibt es überhaupt für diesen Krieg?" (gegen Jugoslawien)
Vidal: "Der Militärhaushalt muß gerechtfertigt werden, das ist schon mal ein guter Grund. Ein kleiner Krieg ist immer gut fürs Geschäft. Ganz beiläufig erinnert er die Europäer daran, wer der Chef in der Firma ist."
"Der amerikanische Präsident ist womöglich für die Serben wichtig, aber nicht für die Amerikaner. Das Amerika der Konzerne beschäftigt seine Anwälte, die deren Interessen im Kongreß und in der Regierung wahrnehmen."

Aus der KOSOVO Antikriegsseite von Kalaschinikow
Der Krieg der Gutmenschen! Die amerikanische Niederlage in Vietnam etc.
http://www.arena.revolte.net/kosovo/kalaschnikow/ko0140.html
"Der Krieg in Vietnam mündete für die USA in einer Niederlage. Die Schlachten wurden vor allem in USA selbst, in Westeuropa und in der Dritten Welt verloren. Damit soll nicht die militärische Kampfkraft von Vietcong und Nordvietnam ignoriert werden. Technisch waffenmäßig hätten die USA Süd- und Nordvietnam in die Steinzeit zurückbombardiert. ..."
Aus dieser Niederlage wurden Lehren gezogen:
"Das Gewissen wurde ausgeschaltet durch die medienmäßige Inszenierung des Feindes. ... Seine Taten wurden gleichgesetzt mit den Naziverbrechen oder mit dem Massenmord Stalins. War der Gegner derartig antifaschistisch ... aufbereitet, war es leicht, das Gute darzustellen in Form der Bill of Rights, der Menschenrechte, der guten Demokratie. Kinder und Mütter wurden gerettet vor den grauenhaften Killern. Alte Menschen lächelten voller Dankbarkeit den Befreiern entgegen. Geschichte war nur noch Blendwerk und Folie für die guten Taten, die nun im Namen der Freiheit verrichtet wurden. Die USA waren plötzlich der Hort der Gutmenschen und der Gerechtigkeit. Vergessen war, daß diese Großmacht in China, Vietnam, Cuba, Korea, Pakistan, Philippinen, Indonesien zwischen 1946 und 1998 immer auf korrupte und gewalttätige Diktatoren gesetzt hatten und die Demokratisierung weitgehend gleichgültig blieb: Jetzt wurde die US-Kriegsmacht herausgeputzt als Friedensbringer, Bewahrer der Demokratie und Kämpfer für die Menschenrechte."
"Für diese Kriegsmission sind nun Gutmenschen von Nöten, etwa Kriegsdienstverweigerer von früher, Friedenskämpfer, Streetfighter von damals, Links- und Schönredner. Clinton, Schröder, Scharping, Fischer, Blair, Jospin, man müßte sie erfinden, wären sie nicht schon die Machtrepräsentanten einer neuen Epoche. Die USA ringt um ihre unumstößlich imperiale Machtposition und findet hier die Unterstützung des vermeintlich linken Europas."
"Die Legitimationsbemühungen des Präsidenten sind primär gerichtet an den Bildungsstand der Medienmacher. Professoren und Lehrer. Sie werden abgespeist mit den Werten abstrakter Menschlichkeit und Demokratie. Beliebt dabei ist, an die Naziverbrechen zu erinnern und zugleich den Feind damit gleichzusetzen. Geschichte wird zum Selbstbedienungsladen der Heuchler und Kriegshetzer."
Die Gutmenschen in deutschen Landen:
"Es wird so getan, als hätte es keinerlei Alternativen gegeben zu diesem Angriffskrieg, der nur erfolgt sei, um den Völkermord im Kosovo zu beenden. Vorläufig wurde dieser Mord und Vertreibung durch den Krieg forciert. Er kostet täglich 500 Millionen Dollar. In drei Wochen werden 10 Milliarden Dollar verballert und sicherlich Zerstörungen im Werte von 20 und 30 Milliarden angerichtet. Hätte in dieser Summe nicht bereits die Alternative gelegen, die jugoslawischen Völker herauszuführen aus wirtschaftlicher Rückständigkeit und Elend, ohne den Staat zu zerstören. "

Meine eigene Beobachtung zur Pressefreiheit in Vietnam:
Zeitung

Die englischsprachige Viet Nam News unterschied sich durch nichts von Zeitungen im Westen: voller Artikel, die von AP und REUTERS uebernommen waren, inklusiv US- und NATO-Meinung gegen Milosevic und Hussein.
Besonders erstaunlich fand ich Artikel ueber die neusten Wiedergutmachungsforderungen aus den USA an die Deutschen wegen der Nazi-Verbrechen ohne Hinweis, dass die USA den Vietnamesen Wiedergutmachung schuldig sind, ebenso erstaunlich und unkritisch waren Artikel ueber serbische Kriegsverbrecher ohne Hinweis, dass die amerikanischen Kriegsverbrecher ungeschoren herumlaufen und neue Verbrechen vorbereiten koennen.
Ueber lokale Ereignisse berichtet Vietnam News Service VNS: Irgendwelche auslaendischen Fabriken in V. zahlen zu niedrige Loehne und die Arbeiter drohen mit Streiks; noch immer sind 36 % der Kinder unterernaehrt, das Ziel diese Zahl unter 30 % zu druecken, wurde leider nicht erreicht, und innenpolitisches Gerangel etc.
Fernsehen
Im Fernsehen gibt es amerikanische Musik und CNN laeuft auch viel. Gleich am ersten Abend sah ich auf CNN eine Dokumentation "The unfinished War". Irak war gemeint. Eine Woche spaeter, als ich von Kambodscha zurueckkam, lief diese Dokumentation schon wieder. CNN soll wohl seine Zuschauer darauf einstimmen, dass man bald dem Irak den Todesstoss gibt. Bush jr. hat ja mittlerweile die ersten Mordausfluege in die Region hinter sich.
Buchlaaden
In Buchlaeden und Museumskiosken fiel mir jedes Mal Robert S. McNamaras "In Retrospect" ins Auge. Der damalige "Verteidigungs"minister der USA ist einer der fuehrenden Kriegsverbrecher, hinter Kennedy und Johnson, des Vietnamkrieges. Seine Luegen waren es, die eine Eskalation des Krieges unter LBJ ermoeglichten. 20 Jahre nach Kriegsende hatte er dieses Buch geschrieben, wohl um sich zu rechtfertigen und zu zeigen, dass er auch ein Gewissen hat. Er gesteht in dem Buch Irrtuemer und Fehler ein.
Als er von J. F. Kennedy zum Ministerat berufen wurde, lehnte er zuerst ab mit der Begruendung, er sei ungeeignet. Er war kein Politiker, sondern Preasident bei Ford. J. F. Kennedy erwiderte ihm, dass er selbst auch neu im Job sei.
McNamara verliess sich, wie er selbst schreibt, auf seine Berater aus dem Pentagon. Die hatten aber auch keine Ahnung von Suedostasien, da unter McCartys Kommunistenhysterie Leute, die Fremdsprachen konnten, als unamerikanisch aus dem Amt gesaeubert worden waren.
Was gut an McNamara war, war, dass er ein Schreib- und Leseprogramm fuer die Soldaten einfuehrte, damit sie die Bedienungs- und Sicherheitsanleitungen verstanden.
Auch heute waere ein solches Programm noch angebracht, wie mein Weihnachtsbild von 1998 zeigt: <http://www.hpo.net/users/hhhptdai/ac.htm>
Auch das muss man ihm zu gute halten: Schon 1967 empfahl er Johnson die Bombardierung, bei der zu dem Zeitpunkt pro Woche etwa 1000 Zivilisten umkamen, einzustellen. Johnson arrangierte es deshalb, dass er aus dem Kabinett entfernt und zum Präsidenten der  Weltbank ernannt wurde.
Als das Buch 1995 herauskam, sagte mal ein Sprecher aus der Anti-Kriegsbewegung, jetzt scheint er fast zu den gleichen Einsichten gekommen zu sein, die wir damals hatten.
Finanziell war das Buch sicher ein grosser Erfolg. Selbst General Powell (er hatte den Angriff gegen den Irak geleitet), jetzt Aussenminister, soll laut ABC im letzten Jahr nur durch Reden und Veroeffentlichungen 6 Mio. USD verdient haben.
Ich selbst habe mir McNamaras Buch uebrigens auch gekauft. Zum Glueck ein Raubdruck.

Die einizige Art von Zensur, von der ich aus der vietnamesischen Zeitung erfahren habe:
In einem Cafe wurde ein Porno-Video gezeigt. Der Besitzer und 34 Zuschauer sollen festgenommen worden sein. Madame Nhu haette es nicht besser machen koennen.


Kambodscha

1974, nachdem die US-Bomber in Vietnam nichts mehr zu bomben hatten, setzte Nixon sie gegen den Willen des amerikanischen Repraesentantenhauses klammheimlich in Kambodscha ein, um den Diktator Lon Nol vor den Khmer Rouge zu schuetzen. Das amerikanische Militaer sprach leger vom "only war in town" . Bis 200 000 Opfer sollen diese Bombarments mit sich gebracht haben. Aber die Khmer Rouge hielten sie nicht auf. Am 17. April 1975 gehoerte die Hauptstadt Phnom Penh ihnen.
Ich will hier nicht auch noch ueber den "autogenocide" (dieses passende Wort hat der franzoesische Autor Jean Lacouture fuer die Massenmorde in Kambodscha gepraegt - normalerweise bringt man ja Fremde und nicht seine eigenen Leute um) berichten, jeder kennt die Boesen ja sowieso.
Fuer mich war die Reise nach Kambodscha mit einigen persoenlichen Erinnerungen verbunden. Ich war naemlich tatsaechlich Ende 1974 nur aus Jux und Tollerei und jugendlichem Leichtsinn in Phnom Penh gewesen. Ich war damals schon ueber ein Jahr in Asien unterwegs und ueberland bis Battambang (kambodschansiche Stadt nahe Thai-Grenze) kommen, wo ich einen franzoesischen Kuenstler traf, der schon Jahre lang in Phnom Penh lebte, und mit seiner kleinen zweisitzigen Maschine die umzingelte Stadt verlassen hatte, um billig Lebensmittel einzukaufen. Mit ihm war ich damals ueber die Front geflogen und in die Stadt gekommen.
In der Stadt hatte ich mir ein billiges Hotelzimmer genommen und - ich dachte, es war Liebe auf dem ersten Blick, aber das Maedchen liebte offensichtlich hauptsaechlich mein Hotelzimmer, die kostenlose Unterkunft. Die zwei Monate, die ich in der Stadt war, waren eine wilde Zeit. Eigentlich herrschte abends Ausgangsperre, aber bei Auslaendern, reichen Leuten, Huren und Soldaten drueckte man ein Auge zu. Wir waren auf vielen Parties, reiche Leute, die irgendwie an keine Zukunft mehr glaubten, feierten wie auf einem Vulkan - nie wieder so etwas erlebt. Sekt floss in Stroemen, natuerlich gab es gleichzeitig ein grosses Fluechtlingselend. In Stadt wurde auch geschossen. Ich erinnere mich, wie eine Bombe nicht explodierte, und die Soldaten sich daran machten, sie auszugraben, um sie zurueckzuschiessen. Spielen wir kriegen? Der Krieg hatte so etwas Leichtes an sich. Im Kino steht ploetzlich jemand und ruft: "Soldaten an die Front! Die Khmer Rouge machen einen Angriff!" Die Soldaten verdrehen die Augen und murren: "Oh, der nervige Kerl!"
Aber ich erinnere mich auch an ein Massaker, dass Lon Nols Truppen damals auf der Insel des Tonle Sap Flusses an den chinesischen Fischern begangen hatte, weil er sie verdaechtigte, mit den Khmer Rouge zu kollaborieren. Wir waren sogar dahin, um zu sehen, was passiert war. Ja, verrueckt. Ich fand es ja pervers, dass man mit Kraft-durch-Freude-Bussen Besichtigungsfahrten durch Warschauer Getto machte. Leichen habe ich nicht mehr gesehen, aber die armen Fischerhuetten waren blutig und zerschossen. Nach so vielen Massakern unter Pol Pot (1,6 Mio Menschen = 21% der Bevoelkerung) scheint man sich heutzutage an dieses kleine Massaker nicht mehr zu erinnern.
Wenn man heutzutage von Phnom Penh zur Insel hinueberblickt, fallen einem zwei riesige Leuchtreklamen ins Auge, weil sonst alles Dunkel ist: Eine ist von Sharp und eine von Suzuki (Die haben wohl Angst, dass die Kambodschaner auch fuer Motorrad Honda sagen.).
Die Stimmung in der Stadt war aber damals: Sollen die Khmer Rouge doch endlich kommen. Dann ist der Krieg wenigstens vorbei. Tatsaechlich wurden die Khmer Rouge, als sie am 17 April 1975 in Phnom Penh einmarschierten, juebelnd begruesst. Drei Tage jubelte man nicht mehr.
Aber ich war da schon lange nicht mehr da. Im Dezember 1974 bin ich von einer amerikanischen Transportmaschine, zwischen vielen Passagieren mit riesigem Gepaeck, lebendem Proviant, Huehner etc. und Munition, Bomben etc. eingeklemmt, wieder kostenlos ausgeflogen worden. Die Freundin blieb zurueck. Sie haette eine Ausreisegenehmigung gebraucht und wir waren zu pleite fuer Bestechungsgelder.
Als ich bei meinem Besuch diesmal das Verhoer- und Folterzentrum SS 21, eine umfunktionierte Schule, in der ueber 20 000 Leute zu Tode gefoltert worden sein sollen, besuchte, hatte ich das Gefuehl, als ich die Fotos von den Todesopfern an den Waenden sah, dass sie mich aus den Augen der jungen Maedchen anblickte.

Holger Hermann Haupt

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